Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers

Beschreibung

Therapie – welcher Art auch immer – ist Heilung durch Beziehung. Bei der Psychotherapie wirkt die Beziehung als therapeutisches Mittel direkt, bei anderen Therapieformen, die die körperliche Symptomatik stärker fokussieren, ist die Beziehung zum Klienten aber nicht weniger von Bedeutung. Wie erfolgreich eine Therapie ist, hängt davon ab, ob sich Therapeut und Klient verständigen können, ob ihre Begegnung fruchtbar wird. Je mehr sich der Therapeut für den Klienten vorurteilslos öffnet, umso authentischer kann sich der Klient zeigen. Die Offenheit von Therapeut und Klient bedingen sich gegenseitig. C. R. Rogers hat in seiner Gesprächspsychotherapie vor allem gelehrt, was es bedeutet, ein Gespräch zu führen, in Kontakt zu gehen und eine Begegnung zuzulassen. Ein Gespräch beginnt mit dem Hören. Erst wenn ich mein Gegenüber gehört habe, kann ich zu ihm sprechen, mich in meinem Sprechen auf ihn beziehen. Wenn ich zu meinem Gegenüber spreche, höre ich auch mir zu und erfahre, was mein Gegenüber in mir zum Schwingen gebracht hat. Der Kontakt beginnt damit, dass ich meiner selbst gewahr werde. Bin ich im guten Kontakt mit mir selber, kann ich mich auf mein Gegenüber als Person um ihrer selbst willen einlassen. Dann ist es auch möglich, unterschiedliche Auffassungen, Gedanken, Einstellungen zuzulassen. Durch unsere Unterschiedlichkeit werden wir fähig zu einem echten Kontakt und Austausch. An den Unterschieden wird deutlich, wer ich bin in meiner Welt und wer der andere in der seinen. Begegnung findet immer dann statt, wenn aus dem Zusammenkommen zweier Menschen und ihren Weltsichten eine neue Weltsicht entsteht. Begegnung ist dann möglich, wenn beide Menschen es sich erlauben können, dass der andere sie verändern darf. Um einem Menschen begegnen zu können, muss ich einen Raum in mir schaffen,  der frei von Voreingenommenheit ist und offen für Kreativität und Intuition. 

 

Ausbildungsinhalte

Das Seminar hat zum Ziel, die Fähigkeit zu erweitern, ein Gespräch zu führen, in Kontakt zu gehen und eine Begegnung zu ermöglichen. Es soll die Sensibilität dafür erhöhen, wahrzunehmen, wann Gespräch, Kontakt und Begegnung gelingen. Es soll Mut machen, sich nicht an Methoden festzuhalten, sondern diese bei der Behandlung von Klienten kreativ und intuitiv einzusetzen. Je deutlicher der Therapeut die Beziehung zwischen ihm und dem Klienten wahrnimmt, desto sensibler kann er die richtige Methodik wählen. An den sechs Sonntagen des Seminars werden im Einzelnen folgende Themen der Gesprächspsychotherapie theoretisch und anhand von praktischen Übungen und Selbsterfahrung behandelt:

  • Die Erfahrung der Selbstaktualisierung; Wahrnehmen, Verstehen und Mentalisierung eigener Emotionen
  • Kongruenz im Hier und Jetzt; den Mut aufbringen, sich selbst zu sein
  • In Kontakt gehen, gleichzeitig zu sich selber und zum Gegenüber
  • Der körperlichen Wahrnehmung vertrauen; das Nicht-Bewusste zwischen den Menschen spüren; an den Rand der eigenen Wahrnehmung gehen
  • Empathie ist Verstehen, wie der andere denkt
  • Begegnung zulassen, Therapeut und Klient gestalten ihren eigenen Beziehungsraum

 

Bemerkung: Wir verwenden in der Ausschreibung unserer Kurse aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Schreibform, meinen aber grundsätzlich und gleichberechtigt beide Geschlechter.

Dozentin:

Turnus:

Dauer:

Zeit:

 

Ulla Häusler M.A.

Einstieg 1x pro Jahr

2 Semester (6 Monate)

Sonntag, 10.00 - 17.00 Uhr

Samstag, 14.00 - 21.00 Uhr

 

Weitere Informationen finden Sie unter Termine und Preise.

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